Die Kaffeemühle am Bergkamp zu Halle Westfalen.

Erbauer ist Hermann Hagedorn (Foto,11.6.1735 bis 28.9.1826) aus Bremen, ein Nachkomme der Haller Familie Hagedorn. Er erbat sich 1791 von Madame Hagedorn, seiner angeheirateten Cousine, die er, als diese krank war, in ihrem Handelsgeschäft in Halle unterstützte, 15 Scheffelsaat (ca. 25.000 qm) des ihr am Bergkamp (Vorberg zum 253m hohen Knüllberg) gehörenden ungenutzten Geländes, kaufte 19 Scheffelsaat noch hinzu, nahm weitere 8 in Erbpacht und legte zur Nutznießung durch die Haller Bürger eine Parkanlage an, den heutigen Stadtwald.

Der Pavillon, der über eine breite Treppe zu erreichen war und vom Volksmund wegen seiner Gestaltung „Kaffeemühle“ (Foto S.2) genannt wurde, gehörte dazu. Dort sollten die Besucher an schönen Tagen bei mitgebrachtem Kaffe und Kuchen verweilen und die schöne Aussicht genießen. An solchen Tagen reichte der Blick bis tief ins Münsterland hinein, 34 Kirchtürme konnte man zählen.

 
Eigentlich wollte Hagedorn in seinem Refugium die letzte Ruhe finden, doch er genas von schwerer Krankheit und ging zurück nach Bremen, wo er begraben liegt.

Es ist nicht bekannt, wann die Kaffeemühle errichtet worden ist. Einem Reisebericht des Jöllenbecker Pfarrers Johann Moritz Schwager (* 24.9.1738, + 21.4.1804) aus dem Jahre 1801 nach, dürfte der Bau zwischen 1793 und 1795 entstanden sein. Clamor Friedrich Hagedorn, der Sohn (7.10.1770 bis 18.1.1811), vollendete das Werk des Vaters in der gleichen selbstlosen Gesinnung und widmete diesem gemeinsam mit der Familie am Fuße des Bergkamps - genau unterhalb des Pavillons - noch zu dessen Lebenszeiten ein Denkmal (Foto) mit folgender Inschrift an den vier Seiten des Quaders im Säulenstumpf.

Unserem
Hermann Hagedorn
dem Schöpfer dieses Tempels
bei seiner 68sten
Geburtstagsfeier
Von
seinen ihn verehrenden
Kindern und Enkeln
den 11ten Juni 1802
Dem
Freunde der Natur
dem treuen auserwählten
Priester
in ihrem Heiligthume
Dem Menschenfreunde
dem Beförderer der Kunst
und des Fleisses
dem Verehrer der Musen

 Eingraviert auf zwei Seiten des Quaders unter dem Säulenstumpf ist:

 Dem Wohlthäter dem Men=
schenfreunde folgt ein liebevol=
les unvertilgbares Andenken,
obgleich er schon lange zur
Ruhe heimgegangen ist.
Renovirt dem verehrlichen
Andenken an
Hermann Hagedorn
von dessen Enkel
Eduard Hagedorn in Bremen
im Jahre 1841

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text zusammengestellt von Wolfgang Kosubek